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§ 10 ArbSchG · DGUV Vorschrift 1 · BaustellV

Alarm- und Notfallplan für die Baustelle

Wer im Notfall anruft, wohin der Rettungswagen fährt und welcher Arzt einen Arbeitsunfall behandelt, muss auf der Baustelle vor dem Unfall feststehen. Was in den Plan gehört und wo er hängen muss.

Stand: 07.10.2026 · Lesezeit ca. 5 Minuten

Kurz und bündig
Grundlage
§ 10 ArbSchG, DGUV Vorschrift 1, Koordination nach BaustellV
Kern
Notruf 112, Baustellenadresse, Zufahrt, Ersthelfer, Krankenhaus, Durchgangsarzt, Sammelplatz
Aushang
gut sichtbar, z. B. am Eingang und im Baubüro
Pflege
bei jeder Änderung aktualisieren

Rechtsgrundlage

Eine einzelne Vorschrift namens „Alarm- und Notfallplan“ gibt es nicht. Die Pflicht ergibt sich aus mehreren Quellen:

  • § 10 ArbSchG: Der Arbeitgeber trifft die Maßnahmen, die zur Ersten Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung erforderlich sind, und sorgt für die Verbindung zu externen Stellen, insbesondere Erste Hilfe, medizinische Notversorgung, Bergung und Brandbekämpfung.
  • DGUV Vorschrift 1 (Grundsätze der Prävention): konkretisiert die Erste Hilfe, unter anderem Ersthelfer, Meldeeinrichtungen und Erste-Hilfe-Material.
  • BaustellV: Arbeiten mehrere Arbeitgeber auf einer Baustelle, koordiniert der SiGeKo deren Maßnahmen. Ein gemeinsamer Notfallplan für alle Gewerke ist dafür das übliche Werkzeug und gehört inhaltlich zum SiGe-Plan.

Jedes Gewerk bleibt für seine eigenen Beschäftigten verantwortlich. Der gemeinsame Plan sorgt dafür, dass im Ernstfall alle dieselbe Adresse nennen, denselben Sammelplatz kennen und der Rettungsdienst über dieselbe Zufahrt kommt.

Was gehört in den Alarm- und Notfallplan?

Notruf und Meldung

  • Notruf 112 (Rettungsdienst und Feuerwehr), Polizei 110
  • die genaue Baustellenadresse und eine Beschreibung der Zufahrt – so, wie sie der Anrufer am Telefon durchgeben soll
  • die fünf W-Fragen als Merkhilfe: Wo? Was? Wie viele? Welche Verletzungen? Warten auf Rückfragen
  • wer intern zu benachrichtigen ist: Bauleitung, Polier, Koordinator, mit Telefonnummern

Erste Hilfe

  • Namen der Ersthelfer je Gewerk oder je Schicht
  • Standort des Verbandkastens und gegebenenfalls des Defibrillators
  • Standort der Augenspülflasche, wenn mit ätzenden Stoffen gearbeitet wird

Ärztliche Versorgung

  • das nächste Krankenhaus mit Notaufnahme, mit Adresse und Telefon
  • der nächste Durchgangsarzt (D-Arzt). Ihm werden Verletzte nach einem Arbeitsunfall in der Regel vorgestellt, wenn der Unfall zu Arbeitsunfähigkeit führt oder eine längere Behandlung nötig ist.
  • Giftnotruf des Landes, wenn mit Gefahrstoffen gearbeitet wird

Die DGUV führt Verzeichnisse der Krankenhäuser im Verletzungsartenverfahren und der Durchgangsärzte. Daraus lassen sich die passenden Stellen in der Nähe der Baustelle heraussuchen.

Brand und Räumung

  • Standorte der Feuerlöscher
  • Sammelplatz nach einer Räumung
  • Flucht- und Rettungswege, bei größeren Baustellen mit Lageplan

Rettungszufahrt

Wo hält der Rettungswagen, wer weist ihn ein? Auf Baustellen mit wechselnden Zufahrten ist diese Angabe die, die am schnellsten veraltet.

Aushang und Bekanntmachung

Der Plan nützt nur, wenn er im Notfall gefunden wird. Üblich ist ein Aushang:

  • am Baustelleneingang, zusammen mit der Vorankündigung
  • im Baubüro und in den Tagesunterkünften
  • bei großen Baustellen zusätzlich an Treppenhäusern oder Bauabschnitten

Neue Gewerke sollten bei Arbeitsbeginn auf den Plan hingewiesen werden, etwa in der Einweisung oder im Arbeitsschutzmerkblatt.

Aktuell halten

Ein Notfallplan mit dem Ersthelfer, der seit drei Monaten auf einer anderen Baustelle ist, ist im Ernstfall schlimmer als keiner. Prüfe den Aushang bei jeder Begehung mit, und halte Änderungen im Begehungsprotokoll fest.

SO MACHT ES SIGEKO COMMAND CENTER

Krankenhaus und Durchgangsarzt vorgeschlagen.

Für den Alarm- und Notfallplan schlägt die KI das nächstgelegene Krankenhaus und den nächsten Durchgangsarzt aus den DGUV-Verzeichnissen vor. Du prüfst die Vorschläge, ergänzt Ersthelfer und Sammelplatz und erzeugst den Plan zum Aushängen.

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Häufige Fragen

Ist der Alarm- und Notfallplan auf der Baustelle Pflicht?

Jeder Arbeitgeber muss nach § 10 ArbSchG Maßnahmen für Erste Hilfe, Brandbekämpfung und Evakuierung treffen und die Verbindung zu externen Stellen wie Rettungsdienst und Feuerwehr sicherstellen. Der Alarm- und Notfallplan ist auf der Baustelle die übliche Form, das für alle Gewerke einheitlich zu regeln und bekannt zu machen.

Was ist ein Durchgangsarzt?

Ein von den gesetzlichen Unfallversicherungsträgern zugelassener Facharzt für die Behandlung nach Arbeitsunfällen. Die DGUV veröffentlicht ein Verzeichnis der Durchgangsärzte.

Wie oft muss der Notfallplan aktualisiert werden?

Immer dann, wenn sich eine Angabe ändert: neuer Ersthelfer, geänderte Zufahrt, neuer Sammelplatz oder neue Telefonnummer der Bauleitung. Bei Begehungen sollte der Aushang mitgeprüft werden.

HINWEIS

Dieser Ratgeber fasst die übliche Praxis zusammen und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind das Arbeitsschutzgesetz, die DGUV Vorschrift 1 und die Vorgaben deines Unfallversicherungsträgers.

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